Material mit verschiedenen Einsatzgebieten
Stroh blickt auf eine lange Nutzungsgeschichte durch den Menschen zurück. Der Begriff umfasst in der Regel getrocknete
Halme von Getreidepflanzen sowie Blätter und Fasermaterialien. Verwendung findet Stroh unter anderem in der
Landwirtschaft – etwa als Einstreu, Nährstofflieferant für Böden oder auch als Tierfutter. Auch als Brennstoff wird es
eingesetzt. Zudem eignet sich Stroh optimal für handwerkliche oder dekorative Gestaltungen. Besonders populär ist das
Flechten von Stroh zum Herstellen von Hüten. Dabei werden grundsätzlich vier Hauptarten unterschieden: Raffia,
Papierstroh, Panamastroh sowie Hanf.
Unterschiede bei den einzelnen Stroharten
Raffia wird aus den Bastfasern tropischer Palmen gewonnen. Aufgrund seiner Zugfestigkeit und gleichzeitigen Biegsamkeit
ist es bestens für Hüte geeignet. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Papierstroh – auch Toyo genannt – um ein
Strohimitat auf Holzbasis, das durch ein spezielles Verfahren geschmolzen und geformt wird. Es zeichnet sich durch
erhöhte Reißfestigkeit aus, ist elastischer und weniger wasseranfällig als viele andere Strohsorten. Panamastroh, auch
unter dem Namen Toquilla-Stroh bekannt, stammt von der Toquilla-Palme und punktet durch bemerkenswerte Flexibilität und
ein besonders geringes Gewicht.
Die Strohart Hanf
Auch Hanf zählt zu den Materialien, aus denen edle Strohhüte gearbeitet werden. Dabei unterscheidet man drei Varianten:
Abaca, Sinamay und Sisal. Abaca ist ein Faserstoff, der aus Bananengewächsen produziert wird und für seine
Hautfreundlichkeit und Stabilität bekannt ist. Sinamay, ein hochwertig verarbeitetes Hanfgewebe, weist große
Formstabilität auf und überzeugt mit seiner schicken Optik. Die Fasern des Sisals, der von der Agavenart Sisalana
stammt, gelten als besonders glatt und glänzend – ein Grund, warum Sisalstoffe bevorzugt bei eleganter Kopfbedeckung und
Haarschmuck eingesetzt werden.
Auch wenn Stroh im Allgemeinen wenig Pflegeaufwand verlangt, sollten einige Hinweise beachtet werden. So ist es wichtig,
den Kontakt mit Feuchtigkeit möglichst zu vermeiden, da dies die Form negativ beeinflusst oder gar zu Schimmelbildung
führen kann. Außerdem sollte ein Strohhut beim Aufsetzen stets an den Seiten angefasst werden – nie an der Hutspitze –
um ein Brechen des Materials zu vermeiden. Ist im Inneren des Hutes ein Stofffutter eingenäht, darf man dieses
vorsichtig mit wenig Waschbenzin reinigen.
Wer nach einer besonders leichten Kopfbedeckung für die heißen Tage sucht, trifft mit Stroh eine ausgezeichnete Wahl.
Dank der zahlreichen Stroharten bietet sich eine Vielfalt an Designs, die sowohl für den täglichen Gebrauch als auch für
besondere Anlässe stilvoll getragen werden können.