Ein langer weg bis zum heutigen Leder
Leder entsteht durch die Gerbung von Tierhäuten, wodurch sie konserviert werden. In der heutigen Zeit wird Leder
vorwiegend von Tieren gewonnen, die man ebenfalls als Lebensmittel nutzt – dazu zählen insbesondere Rind, Schwein, Ziege
und Schaf. Es wird vermutet, dass die Methode der Lederherstellung zufällig entdeckt wurde. Die Entwicklung bis zum
heutigen Lederstoff war langwierig, geprägt durch viele kleine Einzelschritte. Bereits zur Zeit der Feäußerentdeckung
wurde beobachtet, dass Rauch Tierhäute haltbarer machte und formstabil hielt. Ein wesentlicher Meilenstein war im 19.
Jahrhundert die Einführung der Chromgerbung, was erstmals eine industrielle Fertigung ermöglichte. Mittlerweile
existiert eine Vielzahl an Lederarten mit ganz unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Klar ist: Die Fortschritte in
der Lederverarbeitung stellen einen echten Gewinn für die Menschheit dar.
Natürlichkeit bewährt sich
Leder zählt zu den natürlichen Materialien, da es aus tierischen Rohstoffen gefertigt wird. Ursprünglich diente es dem
Schutz des Menschen vor Kälte und war somit elementar für sein Überleben. Heute wird es in vielerlei Bereichen verwendet
– ob bei Kleidung, Taschen, Schuhen oder Möbeln. Die dichte Faserverbindung macht das Material besonders robust. Zu den
besonderen Merkmalen zählen einerseits Atmungsaktivität, andererseits eine gute Resistenz gegen Wasser – vor allem in
der Bekleidungsindustrie stellt das einen enormen Vorteil dar.
Allzeit bequem und warm
Darüber hinaus bietet Leder natürliche Wärmeisolation und sorgt für ein angenehmes Körperklima. Es ist darüber hinaus
sehr widerstandsfähig und reißt nur schwer, bleibt dabei aber dennoch elastisch – ideale Eigenschaften für die
Herstellung von Artikeln wie Schuhsohlen und Gürteln. Aus all diesen Eigenschaften ergibt sich ein hoher Tragekomfort,
der Lederbekleidung auszeichnet.
Aufgrund der vielfältigen Lederarten ist es notwendig, bei der Pflege individuell vorzugehen. Eine grundlegende
Unterscheidung liegt zwischen Glatt- und Rauleder. Unter Glattleder fasst man Leder zusammen, die zwar bearbeitet, aber
in ihrer natürlichen Struktur oft noch erkennbar sind. Je nach Nachbehandlung kann man Glattleder noch in drei
Hauptkategorien einteilen.
Rein-Anilin-Leder:
Diese Lederart bleibt größtenteils unbehandelt und bewahrt sich dadurch ihre Besonderheit. Dafür werden nur makellose
Tierhäute verwendet, was Rein-Anilin zu einem besonders hochwertigen Leder macht. Da auf die Oberfläche keine
Schutzschicht aufgetragen ist, reagiert das Leder sehr empfindlich auf Schmutz. Deshalb sollten bei der Reinigung
ausschließlich darauf abgestimmte Lederpflegemittel zum Einsatz kommen.
Semi-Anilin-Leder
Obgleich es noch naturbelassen erscheint, wird bei dieser Variante eine stärkere Durchfärbung vorgenommen. Dadurch
verschwinden die charakteristischen Poren zusehends. Auch hier benötigt es spezielle Pflegeprodukte, aber der
Pflegeaufwand ist deutlich geringer im Vergleich zu Rein-Anilin-Leder.
Pigmentiertes Leder
Neben der färbenden Behandlung wird dieses Leder zusätzlich mit einer Schutzschicht versehen, welche die Oberfläche
vollständig versiegelt. Sichtbare Poren entfallen dadurch. Diese Lederart ist pflegeleichter, bringt aber Einbuen
hinsichtlich der Natürlichkeit mit sich.
Neben Glattleder existieren diverse Raulederarten, die über spezifische Bearbeitungsverfahren verfügen.
Nubukleder
Dieses Leder wird an der Oberseite (Narbenseite) angeschliffen, wodurch ein weiches, samtartiges Finish entsteht. Für die
Reinigung empfiehlt sich – abhängig vom Grad der Verschmutzung – entweder ein Lederbürstchen, ein Schmutzradierer oder
bei stärkeren Verschmutzungen auch Wasser mit milder Seife.
Veloursleder
Hierbei erfolgt der Schliff auf der Fleischseite, wodurch es weich bleibt, aber eine weniger dichte Struktur aufweist als
Nubukleder. Tritt ein Feuchtigkeitsfleck auf, können Backpulver oder Natron helfen; bei trockenen Flecken kommt hingegen
ein Schmutzradierer zum Einsatz.
Wildleder
Die natürliche Narbenseite entfällt bei dieser Lederart vollständig durch das Abschleifen. Im Allgemeinen werden unter
Wildleder Materialien verstanden, die aus Tieren wie Reh, Hirsch oder Elch stammen. Spezialbürsten mit zwei
Reinigungsflächen sind hier besonders hilfreich – bei hartnäckigem Schmutz zusätzlich in Kombination mit einem
Wildlederschwamm. Wichtig: Nur ausgewiesene Pflegemittel für Wildleder verwenden, um Schäden zu vermeiden.