Geschichte:
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Alpakawolle
Herkunft der edlen Wolle
Das Alpaka (oder auch Paco) ist eine besondere Kamelart und stammt aus den südamerikanischen Anden. Dort wird es
vornehmlich wegen seiner Wolle gezüchtet. Hierbei wird zwischen zwei verschiedenen Arten unterschieden: dem
Huacaya-Alpaka und dem Suri-Alpaka. Das Huacaya besitzt fein gekräuseltes Fell im Gegensatz zum Suri, dessen gelockte
Strähnen am Körper herunterhängen. Alpakas gibt es in rund 20 verschiedenen Farbschattierungen die von Weiß und Grau
über Braun bis hin zu Schwarz variieren. Die Domestizierung der Alpakas begann schon um 3000 v. Chr. Es diente zum Teil
als Lasttier, wurde aber hauptsächlich wegen seiner Wolle gezüchtet. Schon die alten Inka züchteten große Alpakaherden
und verarbeiteten die Wolle zu Stoffen.
Heutiges Vorkommen der Wollart
Textile Produkte aus feiner Alpakawolle galten zu jener Zeit als ein Zeichen von Wohlstand und waren nur den Herrschern
vorbehalten. Als aber die Spanier Peru eroberten und Schafe mitbrachten und domestizierten, rückten die Alpakas mehr und
mehr in den Hintergrund. So wurde das einheimische Alpaka vornehmlich das Nutztier der ärmeren, indianischen Bevölkerung
und war zwischenzeitlich sogar fast ausgestorben. Erst durch die Unabhängigkeit der südamerikanischen Staaten und die
Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde der hohe Wert der Alpakawolle wiederentdeckt. So wurde die Zucht wieder
aufgenommen und die Wolle im großen Stil in die ganze Welt exportiert. Heutzutage ist das Alpaka wieder weit verbreitet.
Eine Schätzung geht von ca. 3 Millionen Alpakas weltweit aus, wobei die meisten immer noch in Peru, Chile und Bolivien
gezüchtet werden. Auch in Europa und speziell in Deutschland erfreut sich das Alpaka heutzutage hoher Beliebtheit. Es
werden zunehmend Alpakas gehalten, sowohl als Hobby aber auch zur Züchtung.
Eigenschaften:
Struktur des Materials
Bei Alpakawolle handelt es sich um die feine wärmende Unterwolle der Alpakas. Diese besondere Wolle ist sehr leicht,
weich und hat sehr gute wärmende Eigenschaften. Da die Tiere in ihrer ursprünglichen Heimat extremen Witterungen und
Temperaturschwankungen (tagsüber: 18°, nachts: -25°) ausgesetzt waren und sind, verfügt die Wolle über einen
hervorragenden Temperaturausgleich. Die Haare sind hohl und können so Temperaturunterschiede sehr gut ausgleichen. Ein
Alpaka liefert 2-3 Kilogramm hochfeine Fasern mit einem Durchmesser von ca. 14 Micron. Durch die Glätte, Feinheit und
die natürliche Kräuselung (Crimp) fühlt sich die Faser seidig weich an und ist sehr elastisch und nachgiebig. Die
Oberflächenschuppen der Faser liegen sehr eng an, was dazu führt, dass sie nicht kratzt und sich sehr angenehm auf der
Haut anfühlt.
Qualitätsunterschiede bei Alpakawolle
Bei der Alpakawolle werden verschiedene Qualitäten unterschieden. Hierbei wird die Feinheit der Fasern wie bei der
Schafswolle in Mikrometer gemessen (1 Mikrometer = 0,001 mm). Um die Fasern nach dem Scheren zu sortieren, werden sie in
Peru per Hand nach Farbe und Feinheit verlesen. Diese aufwändige Tätigkeit ist traditionsreich und anspruchsvoll und
eine Fähigkeit, die nur sehr wenige Menschen beherrschen. Es wird zwischen den folgenden Alpakaqualitäten unterschieden:
Royal Alpaca (19,5 Mikrometer), Baby Alpaca (22,5 Mikrometer), Superfine Alpaca (26,5 Mikrometer), Huarizo (29
Mikrometer) und Coarse (32 Mikrometer). Die feinste, hochwertigste und kostbarste Alpakaqualität ist demnach Royal
Alpaca, welches ein wenig vergleichbar mit Kaschmir ist. Darauf folgt Baby Alpaca, welches vorwiegend von jungen Tieren
oder sehr geschützten Körperpartien von älteren Tieren geschoren wird.
Pflegetipps:
Textile Produkte aus Alpakawolle sollten am besten in lauwarmem Wasser mit einem Wollwaschmittel per Hand gewaschen
werden. Dabei ist es wichtig, den Stoff nicht fest zu reiben oder zu kneten, sondern ihn nur leicht im Wasser hin und
her zu bewegen. So bleibt er lange schön und verfilzt nicht. Nach dem Waschen sollte der Stoff gründlich mit klarem,
lauwarmem Wasser ausgespült werden. Es gibt auch speziell ausgerüstete Wolltextilien, die im Wollwaschgang in der
Waschmaschine gewaschen werden können. Dies können Sie in den spezifischen Pflegehinweisen des Herstellers erkennen. Es
sollte allerdings auf Weichspüler jeglicher Art verzichtet werden, da dieser die Wollfasern schädigt. Um den Stoff nach
dem Waschen optimal zu trocknen, sollte er vorsichtig in ein Handtuch gerollt werden, um die größte Menge Flüssigkeit
hinauszudrücken. Danach kann das textile Produkt ausgerollt werden und im liegenden Zustand an der Luft trocknen.
Fazit:
Aufgrund der vielen genannten Eigenschaften, Vorteile und der vielseitigen Nutzung der Alpakawolle wird diese auch als
das “Vlies der Götter” bezeichnet. Es ist ein pures Naturprodukt und kaum eine andere Wolle ist so flexibel einsetzbar
und qualitativ hochwertig wie die Alpakawolle. Sie eignet sich zum Weben, Stricken und Filzen und lässt sich wunderbar
zu Bekleidung, Wolldecken, Bettdecken, Socken und auch Teppichen verarbeiten. Insbesondere für Babys und Allergiker sind
textile Produkte aus Alpakawolle sehr gut geeignet, da sie sehr weich und hautfreundlich sind und wenig Lanolin
enthalten.