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Opernhut

Chapeau

Was ist ein Opernhut? Der sogenannte Opernhut ist eine andere Bezeichnung für den Klappzylinder, der unter dem französischen Begriff „Chapeau Claque“ vermutlich bekannter ist. Wenn man ein Theater oder die Oper betrat, nahm man den Zylinder ab, klappte ihn flach zusammen und trug ihn bequem unter dem Arm. Ähnlich wie der klassische Zylinder handelt es sich dabei um einen hohen, steifen Hut mit zylindrischer Krone und fester, umlaufender Krempe. Meist war der Opernhut in Schwarz gehalten, häufig mit rotem Innenfutter versehen, und wurde bevorzugt aus Seide oder Satin gefertigt. Seine Verwendung beschränkte sich auf besonders festliche Anlässe wie Theaterbesuche oder Opernabende.

Obwohl der Ursprung des Zylinders weit zurückreicht, entwickelte sich der Opernhut erst um 1830 als klappbare Variante des herkömmlichen Modells. Dank seines ausgeklügelten Faltmechanismus konnte er auf einfache Weise transportfreundlich zusammengelegt und in einer Tasche verstaut werden – ein praktischer Vorteil gegenüber dem starren Zylinder, der ihn besonders beliebt für feierliche Veranstaltungen machte.

Für die Fertigung eines Opernhutes wird eine Schellackplatte zur Formung der Krempe verwendet, welche anschließend von beiden Seiten mit Satin überzogen wird. Kopf und Krempe werden danach vernäht. Das Herzstück bildet ein Klappmechanismus, der mittels eines Drahtgestells realisiert wird, das im Innern des Kopfteils unter Spannung steht.

Heute ist der Opernhut – wie der klassische Zylinder – nur noch selten zu sehen. Wenn er getragen wird, dann ausschließlich zu ausgesprochen stilvollen Anlässen in Verbindung mit Frack oder Cutaway. Eine Ausnahme bildet das Dressurreiten, wo der Opernhut noch immer als Teil der traditionellen Reitbekleidung zum Einsatz kommt.