Brabanter-Hut
Was ist ein Brabanter-Hut? Der Brabanter-Hut ist eine auffallend große, nahezu überdimensionierte Kopfbedeckung, die auf einem berühmten Gemälde aus dem 15. Jahrhundert dargestellt ist. Er gilt als ein Vorfahre des Zylinders. Im Gegensatz zum modernen Zylinder besitzt der Brabanter eine deutlich breitere und dickere Krempe. Auch das Kopfteil zeigt eine besondere Form: Es ist nach unten hin schmaler und steigt nach oben hin sichtbar in der Breite an – es verjüngt sich also zur Basis hin.
Später wurde dieses Hutmodell von Bremer Kaufleuten übernommen und fand, beeinflusst durch die spanische Mode, im Laufe der Zeit eine stilistische Weiterentwicklung.
Berühmt wurde der Brabanter-Hut durch das Gemälde Anolfini-Hochzeit des niederländischen Künstlers Jan van Eyck, das 1434 entstand. Auf dem Bild sind ein Mann und eine Frau abgebildet: Die Frau trägt ein fließendes grünes Gewand, während der Mann in einen langen Überwurf mit Ähnlichkeit zu Poncho oder Umhang gehüllt ist. Besonders auffällig ist seine markant große Kopfbedeckung – der Brabanter-Hut.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Form des Brabanter-Hutes allmählich weiter. Sie lebt heute in abgewandelter und verfeinerter Form im klassischen Zylinder fort, der heute als echter Hutklassiker gilt.